In letzter Zeit denke ich viel darüber nach, wie viel Technik der Mensch eigentlich wirklich noch braucht. Wir können über die Straßen, Meere und durch die Lüfte sogar bis ins Weltall rasen, per Ton und Bild mit jedem anderen Menschen irgendwo auf der Welt kommunizieren, Licht, Strom und Wärme erzeugen so viel wir brauchen und haben mehr als genug zu Essen. Jedenfalls in diesem Teil der Welt.
Doch macht uns das wirklich glücklicher oder macht uns das Streben nach immer schnelleren, leichteren und schöneren Maschinen eher zum Sklaven der modernen Technik? Dies herauszufinden, beschloss vor einigen Monaten ein guter Freund von mir, der sich vom ehemaligen Computer- und Technikfreak, zum absoluten „Contemptronic“ geworden ist (engl. contempt = Abscheu, Verachtung, Geringschätzung). Ausschlaggebend dafür war nach seiner Einschätzung ein 4-wöchiger Urlaub in Australien, wo er in einem Dorf mit den Aborigines ohne Strom und fließend Wasser, ohne Smartphone und Auto, ohne Fernsehen und Computer die beste Zeit seines Lebens verbracht hat.
Nun lebt er in einer kleinen Berghütte in den Alpen, hält sich ein paar Ziegen und Schafe, Hühner und Kaninchen, baut in seinem Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten usw. an, geht hin und wieder auf dem nahegelegenen Bergsee angeln und wenn er mal weitere Wege zu erledigen hat, z. B. um beim nächsten Bauern Mehl oder Salz zu besorgen oder die Post zu erledigen, steigt er einfach auf sein Pferd. Er braucht keinen Supermarkt und kein Telefon, geheizt und gekocht wird im Kamin oder im Sommer auch über dem Lagerfeuer. Hin und wieder lässt er sich als Bergführer engagieren und verdient damit genügend Kleingeld, um den Tierarzt oder ähnliches bezahlen zu können. Ich habe ihn schon ein paarmal dort besucht und kann sagen, dass er einen recht glücklichen und vor allem ausgeglichenen Eindruck macht.
In diesem Blog will ich über ein Leben ohne moderne Technik berichten, übers Austeigen nachdenken, Lebensweisen vergleichen, Vor- und Nachteile der modernen Zivilisation ergründen und so vielleicht die wichtigen und wesentlichen Dinge des Lebens wiederfinden.